Aktuelles

08.05.2020

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Eine Ausstellung stellt sich vor

 Am 15. März sollte im Lichtenberg-Zimmer die Ausstellung „Lichtenberg-Preisträger – Blick in die Sammlung des Museums“ eröffnet werden. An diesem Vormittag fassten Landrat und Bürgermeister des Landkreises den Beschluss, alle öffentlichen Einrichtungen – und somit auch die Museen – wegen der Corona-Krise zu schließen. So hielt Martel Döring ihre Eröffnungsrede „in gebührendem Abstand“ vor vier Personen. Ein einmaliges Ereignis, wie auch die gesamte Situation in dieser seltsamen Zeit, die uns das Jahr 2020 beschert hat.

In der Ausstellung gehen wir auf die 40 Jahre des Bestehens des Georg-Christoph-Lichtenberg-Preises des Landkreises Darmstadt-Dieburg ein, indem die Künstler und Literaten vorgestellt werden. Besonders präsentiert werden die KünstlerInnen, die mit Ihren Arbeiten Eingang in die Lichtenberg-Sammlung des Museums gefunden haben. Es sind dies Esteban Fekete, Leo Leonhard, Bruno Müller-Linow, Barbara Beisinghoff und Martin Konietschke.

Das Museum Ober-Ramstadt wird ab 17. Mai seine Türen öffnen, allerdings nur für die Lichtenberg-Sonderausstellung. Wegen der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsbestimmungen müssen sich Besucher vorher telefonisch – 06151-147858 – zu einer Terminvergabe anmelden. Außerdem bitten wir Sie, Ihre Masken mitzubringen.


Broschüre über die WEBA-Nähmaschinen erschienen

Im Nachgang zu der von Reinhold Reinmöller kuratierten Ausstellung ist nun die Broschüre WEBA Werke Ober-Ramstadt. Nähmaschinen aus Südhessen in alle Welt erhältlich. Sie beinhaltet den Nähmaschinenbau der WEBA in Ober-Ramstadt in den Jahren 1941 bis in die 1960er Jahre. Neben dem facettenreichen Fertigungsprozess erhalten die Leser mit einer Vielzahl von Bildern und Berichten auch Einblick zu einem russischen Zwangsarbeiter, der 50 Jahre nach Kriegsende erneut an seine Arbeitsstätte in der WEBA zurückkehrte.

Die Broschüre ist zum Preis von 3,00 € im Museum (Otto-Weber-Anlage), in den Buchhandlungen Bücher-Blitz (Hammergasse) und BUCH+CO (Leuschnerstraße) oder direkt über den Verein für Heimatgeschichte  erhältlich.


15.03.2020

Schließung des Museum Ober-Ramstadt

Das Museum Ober-Ramstadt ist aufgrund der aktuellen Lage ab sofort bis mindestens 19. April geschlossen. Wir werden Sie an dieser Stelle über die weitere Entwicklung, soweit sie das Museum betrifft, auf dem Laufenden halten.

Wir erachten diesen Schritt in Anbetracht der Lage als richtig und erforderlich und hoffen auf Ihr Verständnis.


05.03.2020, 19:30 Uhr

Vortrag von Reinhold Reinmöller im Scheunensaal der Hammermühle Ober-Ramstadt

zum Thema „20 Jahre Nähmaschinenbau in Ober-Ramstadt“.

Der Vortrag behandelt die Vorgeschichte, den Produktionsprozess und den Niedergang des Nähmaschinenbaus in Ober-Ramstadt.

1941 gründete Georg Martin Breitwieser die WEBA-Werke, einen Rüstungsbetrieb zur Fertigung von Hydraulikteilen für Junkers in Dessau. Der Vortrag beleuchtet den Produktionsprozess in den vier Jahren des II. Weltkriegs unter Ausnutzung russischer Kriegsgefangener und den Bedingungen des Rüstungskommandos Wiesbaden.

Die ersten Jahre der Nachkriegszeit waren gekennzeichnet von den Spruchkammerverfahren. In jenem von Georg Martin Breitwieser wird das Verhalten gegenüber der Bevölkerung, den deutschen und den zwangsverpflichteten Arbeitskräften sichtbar.

Wie nach dem Ende der Verfahren die Aufnahme der WEBA-Friedensproduktion mit Nähmaschinen gelang, war nicht vollständig zu recherchieren. Tatsächlich war die WEBA in der Lage, 1950 auf der Industriemesse in Hannover die ersten WEBA-Nähmaschinen zu präsentieren. Diese Maschinen konnten sich auf Anhieb im Konzert der großen Mitbewerber Anker, Gritzner, Haid & Neu, Adler, Pfaff und Phönix behaupten.

Reinhold Reinmöller wird im Vortrag mit einer Fülle von Bildern Einblicke in die Blütezeit der Ober-Ramstädter Nähmaschinenproduktion geben. Das schließt auch die Menschen rund um die Produktion ein, die Bedeutung der Fertigungstiefe, die Übernahme von Namensrechten, den Niedergang im weltweiten Wettbewerb und die Verkaufspraktiken der Versandhäuser in den 1950er Jahren.

Knapp an der Insolvenz vorbei kamen die Bedürfnisse der Luftfahrtindustrie gerade recht, um über die Fertigung von Hydraulikteilen für Flugzeuge das Unternehmen zu retten.

Wir freuen uns auf diesen Vortrag und hoffen auf zahlreiche Besucher und Interessierte. Der Eintritt ist frei, Spenden willkommen.


24.01.2020:

Im Rahmen der Ausstellung „Welt der Farben“ – 125 Jahre DAW veranstaltet der Verein für Heimatgeschichte / Museum Ober-Ramstadt unter dem Motto „Ober-Ramstadt in Farbe“ einen Malwettbewerb für Kinder und Jugendliche.

Die Teilnahmebedingungen und eine Einverständniserklärung zur Teilnahme Ihres Kindes am Wettbewerb finden Sie hier.


14.01.2020:

Einladung zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung

„Welt der Farben“ – 125 Jahre DAW

am Sonntag, den 26. Januar 2020 um 15.00 Uhr
im Museum Ober-Ramstadt (Otto-Weber-Anlage 1).

Nähere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.


Einladung zum Vortrag von Dr. Berthold Eiberger:

War der Kalb von Reinheim ein Ritter aus der Pfalz?
Donnerstag, den 06. Februar 2020, 19.30 Uhr
im Scheunensaal der Hammermühle Ober-Ramstadt

Die Kalbe von Reinheim werden häufig mit Nieder-Modau und dem Schlossberg in Verbindung gebracht. In der Nähe des Schlossbergs gibt es Spuren aus verschiedenen Epochen: An der Hohen Straße auf dem Hohen Rodberg liegen keltische Hügelgräber, Richtung Rohrbach ist ein römischer Bauernhof belegt und die Funde auf dem Plateau des Schlossbergs werden als mittelalterlich gedeutet. Im ausgehenden Mittelalter sind die letzten Kalbe von Reinheim von 1440 bis 1574 in Weinheim und in Zwingenberg nachweisbar.
In der Zeit davor wird von 1375 bis 1424 von einem Werner Kalb von Reinheim als Wegelagerer berichtet, der sich mit der Stadt Frankfurt anlegte. Aus den Urkunden ab 1375 geht hervor, dass die Stadt Frankfurt jährlich 12 Pfund Heller Frankfurter Währung dafür zahlte, damit dieser Werner die „Belästigungen der Messebesucher unterlässt. Doch nach zwei Jahren kündigte er die Vereinbarung und nahm sein Treiben wieder auf; dies endet 1382 in „Werner Kalbs Krieg“, einem Rachefeldzug der Städte Frankfurt, Mainz und Worms zum Schaden der Eigenleute des Grafen Diether von Katzenelnbogen in Nieder- und Ober-Modau, Rohrbach und in Wembach. Dass die Kalbe von Reinheim diese Dörfer im
14. Jh. zu Lehen hatten, geht aus den Urkunden der Grafen von Katzenelnbogen nicht hervor. Ebenso sind in den Urkunden keine Hinweise auf eine mittelalterliche Burg auf dem Schlossberg oder ein Burgenlehen zu finden.
In einer Urkunde vom 23. Juli 1292 wird ein „Kalp miles“ genannt, der als der erste Kalb von Reinheim angesehen wird. In dieser Urkunde wird u.a. ein Erkinger von Magenheim zum Schiedsmann benannt. Dieser Erkinger war mit einer pfälzischen Ritterstochter verheiratet, die familiäre Beziehungen gehen aber auch in den Raum Weinheim. Erkinger von Magenheim ist Erbe der Schauenburg bei Dossenheim. Erkinger und seine Frau Jutta haben wohl zeitweise auf der Schauenburg gelebt. In späterer Zeit haben diese Erkinger ihren Sitz auf der Burg Rodenstein.
Es besteht Wappengleichheit zwischen den Kalbe von Reinheim und dem Ritter aus der Pfalz, dem Schwager des Erkinger. Ab 1483 ist die St. Laurentiuskirche zu Weinheim als Grablege der Kalbe von Reinheim nachweisbar. Eine unbeschriftete Grabplatte stammt vermutlich aus dem 13. Jh. und trägt das Wappen der Kalbe bzw. das Siegel des pfälzischen Rittergeschlechts. Es ist nicht auszuschließen, dass unser Ritter aus der Pfalz in Weinheim seine letzte Ruhe fand und ein früher Vorfahre der Kalbe von Reinheim gewesen ist.

Wir freuen uns auf diesen Vortrag und hoffen auf zahlreiche Besucher und Interessierte.
Der Eintritt ist frei, Spenden willkommen.


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