Sonderausstellungen

15.01.2017

Am Anfang die Mütter

Muttergottheiten iund Idole

Ausstellung vom 15.01.2017 – 11.08.2017

Als die Menschen begannen, Ackerbau zu betreiben, war für sie die Fruchtbarkeit des nächsten Jahres besonders wichtig. Die Frauen fühlten sich für den Stamm verantwortlich. Sie verwalteten Besitz und Familie in den neu erbauten Stadtsiedlungen. Die Frauen beriefen eine Priesterin, die durch die „heilige Hochzeit“ mit einem selbst erwählten „Heros“ die Frucht-barkeit symbolisierte und verehrten sie als Göttin. Das matriarchale Zeitalter war geboren.

 Davon berichten unsere Geschichtsbücher nichts, weil die Botschaften auf Tonarbeiten und die Gesellschaftsordnung von den Männern in der nachfolgenden Zeit der klassischen Geschichte, in der das Patriarchat geboren wurde, nicht verstehen wollten. In Fernsehsendungen, wie z: B. „Die Menschheitssage“ hört genau beim Beginn der matriarchalen Ordnung die Berichterstattung auf. Unsere Ausstellung soll helfen, diese Lücke aufzuhellen.

 Auf vielen Reisen haben die Repliken der Frauenfiguren mein Interesse geweckt und über viele Jahre hat sich die Literatur vermehrt. Wir möchten Ihnen davon berichten und Sie an den noch bestehenden matriarchalen Gesellschaften in China und in Indien teilnehmen lassen. Wir freuen uns auch über den Besuch von jungen Leuten, die eine neue Welt entdecken können.

Das Konzept der Ausstellung stammt von Wilhelmine Diepen. Die Ausstellung eigent sich auch für Schulklassen.

Die Eröffnung findet am 15.01.2017 um 15:00 Uhr statt. Nach der Eröffnung, zu der wir Sie herzlichst einladen, ist die Ausstellung auch zu den regulären Öffnungszeiten des Museums (jeden Sonntag von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr) im Spielzeugzimmer zu sehen .

18.09.2016

Hausrat der 50er Jahre

Es kommt Farbe ins Leben

Eine Ausstellung über die Firmen VITRI und RESOPAL in den 1950er Jahren

Ausstellung vom 18.09.2016 – 22.01.2017

Die 50er Jahre sind nach den schweren Kries- und Nachkriegsjahren durch ein ganz besonderes Lebensgefühl  geprägt, das sich auch in den Haushaltsartikeln der Firma VITRI aus Nieder-Ramstadt wiederspiegelt.

Die von dem aus Leipzig stammenden Unternehmer Max Richter in den Gebäuden der ehemaligen Quicksmühle gegründete Firma profitierte zunächst von dem in der Region bereits vorhandenen Kenntnissen der Celluloidverarbeitung, Schirm- und Stockgriffe waren die ersten, erfolgreichen Produkte.

Federführend war die international tätige Firma VITRI bei der Entwicklung und Einführung der Spritzgusstechnik. Diese Technik, deren Einführung vor dem zweiten Weltkrieg stattfand, ermöglichte in den 50er Jahren die Herstellung völlig neuartiger und vor allem farbige Haushaltsartikel, die in besonderem Maß das Lebensgefühl der Zeit wiederspiegeln. Es kehrte auch in der Küche wieder Farbeund Design  in das Leben der Menschen zurück.

In der Ausstellung, die sich auch dem Wirken der Firma Römmler („RESOPAL“) aus Groß-Umstadt in dieser Zeit widmet,  werden besonders gestaltete Produkte der Firma VITRI, allem voran Exemplare der bekannten VITRI Gießkanne, gezeigt, um den Besucher das Lebensgefühl der 50er Jahre authentisch zu vermitteln.  Ein Auftritt der Band „Cashtones“ vermittelt auch auf musikalischem Gebiet das Gefühl, wieder in den 50er Jahren angekommen zu sein.

Das Konzept der Ausstellung wurde von Otto Weber und Ralf Hintner erarbeitet.

 

Die Ausstellungseröffnung findet am 18.09.2016 um 15:00 Uhr im Sonderausstellungsraum des Museums Ober-Ramstadt statt.

 

Die Wahrscheinlichkeit beim Spiel“

 Ein Beitrag Lichtenbergs zur Lotto-Diskussion im 18. Jh.

Eine Ausstellung im Lichtenbergzimmer des Museums Ober-Ramstadt

Lichtenberg

Georg Christoph Lichtenberg

 Als das „Lotto die Genova“ 1735 Bayern erreichte, kam es schon nach der fünften Ziehung zur Pleite. Dieser Misserfolg führte aber gegen alle Vernunft zur Einrichtung weiterer Lottogesellschaften in Deutschland. Sie wurden meist von Abenteurern aus Italien und Frankreich angeregt und häufig auch geführt. In der folgenden Zeit haben sich mehrere Mathematiker um die Berechnung der Gewinnchancen bemüht. Bekannt ist die Diskussion um das „Petersburger Spiel“. Der Mathematiker Bernoulli versuchte die Gewinnwahr-scheinlichkeit mathematisch zu klären. Andere Mathematiker, z. B. d’Alembert, kamen zu abweichenden Lösungen.

In diese Diskussion schaltete sich Lichtenberg 1770 mit seiner Antrittsvorlesung an der Universität Göttingen ein. Er plädierte für die Lösung von Bernoulli und hat zur Unterstützung seiner Ansicht auch das Experiment eingeführt.

In Darmstadt war es 1772 zur ersten Ein­richtung einer Zahlenlotterie gekommen. Schon 1774 erfolgte eine Neuorganisation, die durch eine Aktiengesellschaft finanziell abgesichert wurde. Auch hier breitete sich das Lottospiel besonders unter den Armen wie eine Seuche aus.

Der 1772 vom Landgrafen Ludwig IX. ernannte „Erste Minister“ Friedrich Karl von Moser sollte nicht nur die drückenden Staatsschulden durch einen Vergleich mit den Gläubigern reduzieren, sondern auch die Wirtschaftskraft des Landes heben. Im Zuge dieser Reformen wollte er das Zahlenlotto abschaffen. Eine entsprechende Verordnung war bereits vom Landgrafen unter­zeichnet.

Durch eine Intrige von Höflingen, die dem Landgrafen die Einrichtung einer neuen Truppeneinheit in Pirmasens mit den Lottoeinnahmen finanzieren wollten, kam es zur Zurücknahme der Verordnung. Dies führte zum Eklat und Moser trat von seinem Amt zurück.

Im ersten Jahrgang des „Göttingischen Magazins der Wissenschaften und Litteratur“, herausgegeben von Lichtenberg und Forster, erschien 1780 ein Beitrag von dem Geheimen Justizrat Johann Stephan Pütter „Über die Rechtmäßigkeit der Lotterien …“ Darin wendet sich der Justizrat gegen die in Deutschland grassierende „Seuche“ der Zahlenlotterien. Er widerlegt die These, dass es zur Erhöhung der Staatseinkünfte keine nützlichere Erfindung gebe, als die Lotterie und dass diese in jedem Falle besser sei als eine erzwungene Anhe­bung der Steuern. Auch bezeichnet er die Zahlenlotterie als öffentlich gefördertes Hasardspiel, das „die Sitten vergiftet“ und das Ver­trauen in die Obrigkeit untergräbt. Die Kenntnis der minimalen Gewinnchancen wird dem Publi­kum bewusst vorenthalten, das sich von dem Pomp der mit Pauken- und Trompetenschall veranstalteten Ziehungen blenden lässt. Mancher arme Mann gerät auf die schiefe Bahn, weil er versucht, sich durch Diebstahl oder Unterschlagung Geld für den Kauf von Losen zu verschaffen um seinem Elend zu entrinnen. Aus diesem Grund wünscht Pütter, alle Regenten und Obrigkeiten möchten dem Ruf nach Abschaffung der Zahlenlotterie Gehör schenken.

Doch erst um 1800 folgte man nach und nach dem Vorschlag des Justizrats Pütter.

 

19.06.2016

Johann Conrad Lichtenberg

Ein Pfarrer als Architekt und Baumeister

Ausstellung vom 19.06. – 11.09.2016

Johann Conrad Lichtenberg wurde am 09.12.1689 in Darmstadt geboren. Er war Pfarrer in Ober-Ramstadt und Neunkirchen, ab 1745 Erster Stadtprediger in Darmstadt und ab 1749 Superintendent. Eine Interessen und Fähigkeiten waren weit gespannt. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer betätigte er sich zudem als Textdichterfür die Kantaten seines Schwagers, des Hofkapellmeisters Christoph Graupner in Darmstadt. Ein großes Interesse zeigte er jedoch auch für die Architektur und Baukunst.

Im Laufe seiner Tätigkeit als Architekt und Baumeister erstelle Johann Conrad Lichtenberg Neubau, Um- und Anbaupläne zum Teil auch mit Bauanleitung für zwölf Kirchen und fünf Profanbauten. Sein erstes Bauwerk war 1732 das Rathaus von Ober-Ramstadt, der erste Kirchenbau in Neunkirchen. Die Tatsache, dass er alle seine Bauten in „Nebentätigkeit“ plante und leitete, erscheint uns heute als erstaunlich.

Er baute schlichte Landkirchen. Er sah sich konfrontiert mit der Raumnot vieler Kirchengemeinden und dem Einsturz bedrohter Kirchenbauten, das niotwendige Geld fehlte an allen Ecken und Enden. Dieser Not wollte er abhelfen mit solider und preiswerter Handwerksarbeit. Die Gestaltung der Einzelheiten des Erscheinungsbildes seiner Kirchenbauten war start abhängig von den örtichen finanziellen Möglichkeiten und vor allem von den zur Verfügung stehenden Handwerkern.

Als Architekt arbeitete er immer unter Zeitdruck und fertigte meist sofort die Reinzeichnungen. Lichtenberg hat die meisten seiner Bauwerke intensiv betreut. Er nahm Ortsbesichtigungen vor, machte Kostenvoranschläge und überprüfte die Handwerkerrechnungen. In der regel schloss er auch die Akkorde mit den Handwerksmeistern ab, d.h. er formulierte die zu erbringenden Baukleistungen und handelte die Preise aus. Die Erfahrung, die Lichtenberg auf diesem Gebiet besaß, war zu seiner Zeit kaum zu übertreffen. In dieser Ausstellung, die von Martel Döring gestaltet wurde, wird sein umfangreiches Bauschaffen mit Bildern und Originaldokumenten aus dieser Zeit anschaulich dargestellt.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 19.06.2016, um 15:00 Uhr eröffnet.

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnungsveranstaltung ein, und freuen uns über zahlreiches Erscheinen.

 

23.05.2016

Küchenmöbelfabrik Schröbel

Was davon übrig blieb…….

Der Verein für Heimatgeschichte Ober-Ramstadt präsentiert in den Ausstellungs-räumen der Firma Farben Danz in der Bahnhofstraße 42 einen Ausschnitt der Industriegeschichte Ober-Ramstadts:

Zwei Großbrände in der Küchenmöbelfabrik Schröbel hinterließen 1937 und 1976 wegweisende Spuren in der Entwicklung der Fabrikation, der Feuerwehrtechnik und der Wasserversorgung. Diejenigen Teile, die von damals übrig geblieben sind – eine 37 PS starke dreizylindrige Motorspritze und die Außenbeleuchtung des Eingangs im Art Deco Stil – sind eingerahmt durch die damaligen Presseartikel der örtlichen Zeitungen.

Den Deutschen Amphibolin-Werken, die vor dem Abriss der Gebäude diese beiden markanten Teile sicherstellen ließen, gilt es zu danken. Die Gestaltung und der Aufbau lagen in den Händen von Michael Knopp und Reinhold Reinmöller. Herr Reinmöller wird in die Ausstellung einführen.

Zur Eröffnung der Ausstellung möchten wir Sie sehr herzlich einladen:

                                        Montag, den 23. Mai 2016, 20.00 Uhr
                                        im Eingangsbereich Farben Danz
Bahnhofstraße 42 in Ober-Ramstadt


Vergangene Sonderausstellungen:

21.03.2016 – 12.06.2016              „Tischgeige und Schifferklavier“

29.06.2014 – 28.06.2015              „Wieso sucht Lichtenberg das Nordlicht auf Graupners Boden ?“

08.11.2015 – 14.02.2016               „Owwerrämschdä Fastnacht mit ORA, wie’s heute ist und früher war“

28.06.2015 – 01.11.2015               „Unter Besatzung! Ober-Ramstadt 1945 – 1949“

22.02.2015 – 21.06.2015               „MIAG 16 Jahre Industriegeschichte in Ober-Ramstadt (1937-1953)“

14.09.2014 – 30.11.2014                 „1914. Mobilmachung einer Kleinstadt“

15.06.2014 – 07.09.08.2014         „Bakelit – Das Material für tausend Anwendungen“

09.02.2014 – 08.06.2014               „Erzwungene Wege – Auswanderung aus Ober-Ramstadt vom 18. bis 20. Jahrhundert“

25.08.2013 – Sommer 2014           „Die Grimms“ Teil 2 – Die Märchen

04.08.2014 – 31.10.2014                 Schaufensterausstellung eines Röhr Junior Scheunenfundes

07.07.2013 – Sommer 2014           „Der Kampf um den Affenfelsen – Gibraltar, der Diamant im Haar von Europa“

20.10.2013 – 02.02.2014                „Für die Befreiung sterben war Realität – auf Freiheit zu hoffen Utopie 1789 bis 1819“