Sonderausstellungen

30.04.2017

Doppelausstellung

Revolution im Dorf ?

Auswirkungen der Revolution auf Ober-Ramstadt.

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels. Die zunächst für eine gelehrte Auseinandersetzung verfassten Artikel verbreiteten sich u.a. durch den Buchdruck rasant in der Öffentlichkeit. Wenn 2017 deutschlandweit das „Reformationsjubiläum“ gefeiert wird, wird diese Veröffentlichung als Beginn eines revolutionären Umbruchs gewürdigt. Denn die Reformation wirkte sich auf zahlreiche Lebensbereiche aus, wandelte die Auffassung von Ehe und Familie, Arbeit und Bildung, schuf neue Frömmigkeitsformen und –praktiken, indem sie althergebrachte Vorstellungen zurückdrängte. Sie förderte die Entwicklung eines Menschenbildes, das auf einem neuen Freiheitsbegriff beruhte. Eigenverantwortung und die Gewissensentscheidung des Einzelnen rückten nun in den Mittelpunkt.

Ober-Ramstadt liegt dabei in einem Kernland der Reformation, da der fürstliche Reformator Landgraf Philipp von Hessen als einer der ersten den neuen evangelischen Glauben in seinem Territorium einführte. Die Ausstellung im Museum Ober-Ramstadt widmet sich daher den Auswirkungen der Reformation in diesem Dorf. Wie kamen reformatorische Gedanken nach Ober-Ramstadt, wie wurden sie von der Bevölkerung aufgenommen und welche Veränderungen fanden im Zuge der Einführung der Reformation statt? Welche Konflikte ergaben sich beispielsweise dadurch, dass die evangelische Lehre auf bestehende dörfliche Normen traf? Kam es zu einer Revolution im Dorf? Anhand von originalen Schrift- und Bildzeugnissen sowie dreidimensionalen Objekten soll versucht werden, Antworten auf diese spannenden Fragen zu finden.

Ausstellungskonzept:
U. von der Felsen, G. Fricke, R. Hintner, L. Kimmerle, G. Kleiner, V. Langner,
C. Lautenschläger, Dr. M. Rohde

Dauer der Ausstellung: 30.04.-24.09.2017

Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde am

Sonntag, 30.04.2017, 15.00 Uhr

recht herzlich ins Prälat-Diehl-Haus ein.

sowie als weitere Sonderausstellung

Graupner und Lichtenberg

ein halbes Jahrhundert Barockmusik am Darmstädter Hof

Im Jahr 1717 wurde in Hessen-Darmstadt das zweihundertjährige Jubiläum der Reformation Martin Luthers gefeiert. Landgraf Ernst Ludwig war einer der Initiatoren dieser Gedenkfeier; die Musik seiner Hofkapelle diente dabei zur Repräsentation, ebenso wie die Drucklegung ausgewählter Predigten von Geistlichen des Landes. Somit gehören der Hofkomponist Christoph Graupner und der Theologe Johann Conrad Lichtenberg zu den Protagonisten der Zweihundertjahrfeier, die sich als Fünfhundertjahrfeier im Jahr 2017 widerspiegelt.
Über 1400 Kantaten komponierte Christoph Graupner (1683-1760), die allermeisten davon auf Texte seines Schwagers, des Ober-Ramstädter Pfarrers und späteren Superintendenten Johann Conrad Lichtenberg (1689-1751). Graupner galt im 18. Jahrhundert als einer der bedeutendsten Komponisten in Deutschland; er war ebenso bekannt wie seine Zeitgenossen Bach und Telemann.

In Leipzig hätte man ihn 1723 gern als Thomaskantor eingesetzt, und nur weil er sich nicht aus seinem Darmstädter Arbeitsverhältnis lösen konnte, wählte man dort schließlich Bach. Graupner stammte aus Sachsen; nach seiner Ausbildung in Leipzig ging er zunächst nach Hamburg an die berühmte Gänsemarkt-Oper. Dort engagierte ihn Landgraf Ernst Ludwig, und von 1709 bis zu seinem Tod 1760 war er Hofkapellmeister in Darmstadt. Neben einigen Opern, 112 Sinfonien und zahlreichen anderen Instrumentalwerken schrieb Graupner vor allem Kirchenmusik. Wie viele andere Komponisten des Barock geriet er nach seinem Tod in Vergessenheit. Heute wird seine Musik jedoch vor allem durch die historisch informierte Aufführungspraxis, das Interesse an Originalinstrumenten und einer möglichst authentischen Spielweise wieder zunehmend aufgeführt und geschätzt.

Ausstellungskonzept:
Martel Döring, Lea Kimmerle, Dr. Beate Sorg

Zur Eröffnung der Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde am
Sonntag, 30.04.2017, 15.00 Uhr
recht herzlich ins Prälat-Diehl-Haus ein.

Einführung in die Ausstellung: Dr. Beate Sorg (Christoph-Graupner-Gesellschaft e.V.)

Dauer der Ausstellung: 30.04.-24.09.2017

 

Beachten Sie bitte auch unsere Veranstaltungen im Rahmen dieser Sonderausstellungen :

14.05.2017, 15.00 Uhr: Öffentliche Führung durch die Ausstellung

04.06.2017, 17.00 Uhr: Konzert im Prälat-Diehl-Haus: Pfingstkantaten von Christoph Graupner – im Rahmen der Ausstellung:„Christoph Graupner und Johann Conrad Lichtenberg.50 Jahre Barockmusik für den Darmstädter Hof.“

25.06.2017, 15.00 Uhr:  Vortrag im Prälat-Diehl-Haus von Frau Dr. Beate Sorg: „Christoph Graupner und J.C. Lichtenberg – 50 Jahre Barockmusik in Hessen-Darmstadt“

20.08.2017, 11.00 Uhr: Historischer Reformationsgottesdienst vor dem alten Rathaus (Museum)

10.09.2017, 15.00 Uhr: Öffentliche Führung durch die Ausstellung


15.01.2017

Am Anfang die Mütter

Muttergottheiten und Idole

Ausstellung vom 15.01.2017 – 11.08.2017

Als die Menschen begannen, Ackerbau zu betreiben, war für sie die Fruchtbarkeit des nächsten Jahres besonders wichtig. Die Frauen fühlten sich für den Stamm verantwortlich. Sie verwalteten Besitz und Familie in den neu erbauten Stadtsiedlungen. Die Frauen beriefen eine Priesterin, die durch die „heilige Hochzeit“ mit einem selbst erwählten „Heros“ die Frucht-barkeit symbolisierte und verehrten sie als Göttin. Das matriarchale Zeitalter war geboren.

 Davon berichten unsere Geschichtsbücher nichts, weil die Botschaften auf Tonarbeiten und die Gesellschaftsordnung von den Männern in der nachfolgenden Zeit der klassischen Geschichte, in der das Patriarchat geboren wurde, nicht verstehen wollten. In Fernsehsendungen, wie z: B. „Die Menschheitssage“ hört genau beim Beginn der matriarchalen Ordnung die Berichterstattung auf. Unsere Ausstellung soll helfen, diese Lücke aufzuhellen.

 Auf vielen Reisen haben die Repliken der Frauenfiguren mein Interesse geweckt und über viele Jahre hat sich die Literatur vermehrt. Wir möchten Ihnen davon berichten und Sie an den noch bestehenden matriarchalen Gesellschaften in China und in Indien teilnehmen lassen. Wir freuen uns auch über den Besuch von jungen Leuten, die eine neue Welt entdecken können.

Das Konzept der Ausstellung stammt von Wilhelmine Diepen. Die Ausstellung eigent sich auch für Schulklassen.

Die Eröffnung findet am 15.01.2017 um 15:00 Uhr statt. Nach der Eröffnung, zu der wir Sie herzlichst einladen, ist die Ausstellung auch zu den regulären Öffnungszeiten des Museums (jeden Sonntag von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr) im Spielzeugzimmer zu sehen .