Aktuelles

06.07.2020

Otto Weber – im Gedenken an eine Ausnahmepersönlichkeit

Am 08. Juli 2020 hätte Otto Weber seinen 80 Geburtstag feiern können. Jedoch ist er völlig unerwartet am 21. Mai 2017 verstorben. Dem Verein für Heimatgeschichte ist es ein Anliegen, diesen Tag zu nutzen, um an ihn zu erinnern.

Otto Weber hat fast sein gesamtes Leben in Ober-Ramstadt verbracht. Nach seinem Studium arbeitete er beim FTZ, dem ehemaligen Fernmeldetechnischen Zentralamt in Darmstadt.

Schon früh entwickelte er das Sammeln von alten „Schätzen“ zu seiner Passion, und die Beschäftigung mit lokaler Geschichte in vielen Facetten zu seiner Leidenschaft.

Er war lange Jahre Vorsitzender des Denkmalschutzbeirates, und hat in dieser Funktion etliche alte Gebäude vor dem Abriss gerettet, das vielleicht prominentestes Objekt ist die Hammermühle in Ober-Ramstadt.

1963 war er Mitinitiator für die Gründung des Vereins für Heimatgeschichte und der Einrichtung des Museums im alten Rathaus. Mehr als 50 Jahre leitete er das Museum, und war darüber hinaus auch 25 Jahre Vorsitzender dieses Vereins.

Seine besondere Gabe war es, aus Dingen, an denen manch anderer einfach vorbeigegangen ist oder die jedermann einfach benutzt, eine Geschichte und ein Thema für eine Ausstellung im Museum zu erarbeiten. Aus dem Thema der Kammfertigung in Ober-Ramstadt entstand die Ausstellung zur Kammmacherei und Kunststoffverarbeitung. Da im Landkreis Darmstadt-Dieburg die Kunststoffverarbeitung auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurückblicken kann und auch heute noch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in der Region ist, hat Otto Weber die Idee der Kunststoffstrasse entwickelt, die, heute vom Landkreis Darmstadt-Dieburg betrieben, in Ihrer Art einzigartig ist und Museen und Unternehmen in der Region verbindet, um gemeinsam das Thema Kunststoffe darzustellen.

Otto Weber war 1977 auch einer der Mitbegründer der Lichtenberggesellschaft, die sich dem Leben und Wirken von Georg Christoph Lichtenberg widmet.

Ihm war stets das Ergebnis seiner Arbeit viel wichtiger als Orden und Auszeichnungen, und gerade in der lokalen Politik haben ihn auch viele Politiker als unbequemen Mitbürger kennengelernt, kämpfte er doch vehement für seine Sache.

Otto Webers Lebenswerk hat Ober-Ramstadt nachhaltig geprägt. Um dieses Lebenswerk zu ehren, hat die Stadt Ober-Ramstadt den Platz vor dem Museum in Otto-Weber-Anlage umbenannt. Das Museum hat damit auch eine neue postalische Anschrift bekommen. Vielleicht hätte Otto Weber selbst dagegen protestiert?

Als sehr passend zu der Ausnahmepersönlichkeit Otto Weber kann ein Aphorismus Lichtenbergs zitiert werden: Eine einzige Seele war für seinen Leib zu wenig, er hätte zwoen zu tun genug geben können.


08.05.2020

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Eine Ausstellung stellt sich vor

 Am 15. März sollte im Lichtenberg-Zimmer die Ausstellung „Lichtenberg-Preisträger – Blick in die Sammlung des Museums“ eröffnet werden. An diesem Vormittag fassten Landrat und Bürgermeister des Landkreises den Beschluss, alle öffentlichen Einrichtungen – und somit auch die Museen – wegen der Corona-Krise zu schließen. So hielt Martel Döring ihre Eröffnungsrede „in gebührendem Abstand“ vor vier Personen. Ein einmaliges Ereignis, wie auch die gesamte Situation in dieser seltsamen Zeit, die uns das Jahr 2020 beschert hat.

In der Ausstellung gehen wir auf die 40 Jahre des Bestehens des Georg-Christoph-Lichtenberg-Preises des Landkreises Darmstadt-Dieburg ein, indem die Künstler und Literaten vorgestellt werden. Besonders präsentiert werden die KünstlerInnen, die mit Ihren Arbeiten Eingang in die Lichtenberg-Sammlung des Museums gefunden haben. Es sind dies Esteban Fekete, Leo Leonhard, Bruno Müller-Linow, Barbara Beisinghoff und Martin Konietschke.

Das Museum Ober-Ramstadt wird ab 17. Mai seine Türen öffnen, allerdings nur für die Lichtenberg-Sonderausstellung. Wegen der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsbestimmungen müssen sich Besucher vorher telefonisch – 06151-147858 – zu einer Terminvergabe anmelden. Außerdem bitten wir Sie, Ihre Masken mitzubringen.


Broschüre über die WEBA-Nähmaschinen erschienen

Im Nachgang zu der von Reinhold Reinmöller kuratierten Ausstellung ist nun die Broschüre WEBA Werke Ober-Ramstadt. Nähmaschinen aus Südhessen in alle Welt erhältlich. Sie beinhaltet den Nähmaschinenbau der WEBA in Ober-Ramstadt in den Jahren 1941 bis in die 1960er Jahre. Neben dem facettenreichen Fertigungsprozess erhalten die Leser mit einer Vielzahl von Bildern und Berichten auch Einblick zu einem russischen Zwangsarbeiter, der 50 Jahre nach Kriegsende erneut an seine Arbeitsstätte in der WEBA zurückkehrte.

Die Broschüre ist zum Preis von 3,00 € im Museum (Otto-Weber-Anlage), in den Buchhandlungen Bücher-Blitz (Hammergasse) und BUCH+CO (Leuschnerstraße) oder direkt über den Verein für Heimatgeschichte  erhältlich.


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